Tabaksteuern sind laut WHO-Konvention zur Eindämmung des Tabakkonsums (Artikel 6) von großer Bedeutung . Eine neue Studie unter der Leitung von Forschern des Karolinska Institutet bestätigt dies. Durch die Analyse von Daten aus 94 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen Zigarettensteuern und der Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren. Die Ergebnisse sind alarmierend: Würden alle untersuchten Länder der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgen und Zigaretten mit mindestens 75 Prozent des Einzelhandelspreises besteuern, könnten jährlich über 280.000 Kinder überleben.
Márta Radó, Forscherin am Institut für Medizinische Epidemiologie und Biostatistik des Karolinska Institutet, betont ebenfalls, dass Steuererhöhungen dazu beitragen können, sozioökonomische Ungleichheiten beim Überleben von Kindern auszugleichen. Dies steht im Einklang mit den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung, zu denen die Chancengleichheit im Gesundheitswesen gehört.
Trotz eindeutiger WHO-Richtlinien erheben viele Länder immer noch deutlich niedrigere Tabaksteuern als empfohlen. Die Studie zeigt, dass eine relativ einfache politische Maßnahme erhebliche humanitäre Auswirkungen haben könnte – insbesondere für die am stärksten gefährdeten Kinder der Welt.
