Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, fühlen sich psychisch besser als vor ihrem Rauchstopp. Für diejenigen, die unter Angstzuständen oder Stresserkrankungen leiden, kann der positive Effekt des Rauchstopps auf die Gesundheit genauso groß sein wie der von Antidepressiva. Dies belegt eine Studie, die im Fachjournal „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde.

Die Analyse zeigt, dass Personen, die erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört haben, nach dem Rauchstopp über weniger Depressionen, Angstzustände und Stress berichteten und eine positivere Lebenseinstellung hatten als diejenigen, die weiterhin rauchten.

Die Verbesserung der psychischen Gesundheit ist genauso groß oder sogar größer als die Wirkung von Antidepressiva, schreiben die Forscher. Selbst diejenigen, bei denen eine psychiatrische Diagnose vorlag, fühlten sich nach dem Rauchstopp psychisch besser.

Gemma Taylor von der Fakultät für Gesundheits- und Bevölkerungswissenschaften der Universität Birmingham leitete die Analyse. Sie hofft, dass die Ergebnisse dazu beitragen werden, einen hartnäckigen Mythos über das Rauchen zu widerlegen:

„Es herrscht die weitverbreitete Ansicht, dass Rauchen gut für die psychische Gesundheit sei, da es Stress reduziere und zur Entspannung beitrage“, sagte Gemma Taylor gegenüber AFP.

Tatsächlich ist es aber der Rauchstopp, der dem psychischen Wohlbefinden von Rauchern guttut. Der Irrglaube beruht darauf, dass Nikotinabhängige aufgrund der schwankenden Nikotinwerte im Körper ständigen Stimmungsschwankungen ausgesetzt sind. Bei niedrigen Werten treten Entzugserscheinungen wie Sorgen, Depressionen und Angstzustände auf. Beim Rauchen einer Zigarette steigt der Nikotinspiegel, und man fühlt sich ruhiger und ausgeglichener. Raucher sind sich jedoch oft nicht bewusst, dass die Nikotinsucht hinter den negativen Gefühlen steckt, sondern glauben, sie seien auf andere Faktoren zurückzuführen. Daher empfinden sie das Rauchen fälschlicherweise als Verbesserung der psychischen Gesundheit.

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